Windsbraut e.V. Verein für ökologisches Denken und Handeln

Historie

Die Windsbraut, ein Elbewer, wurde 1911 als wahrscheinlich letztes Schiff auf der Werft von D. Ropers in Stade gebaut. Ganz aus Stahl, entstand ein für die Zeit typisches Handelsschiff, das durch seine Größe, seinen geringen Tiefgang, seinen flachen Unterboden und seine Schwerter sehr gut an seine Umgebung angepasst war. Diese Eigenschaften erlaubten, sich an Orten, an denen noch keine Hafenanlagen existierten, trockenfallen zu lassen. Bei Niedrigwasser konnte das Schiff so am Strand be- und entladen werden und mit dem nächsten Hochwasser weitersegeln. Den Namen „Windsbraut“ erhielt das Schiff schon von dem Auftraggeber „Schiffer Elfers“ aus Wischhafen. Die Windsbraut segelte in ihren ersten Dienstjahren hauptsächlich auf der Unterelbe, ihren Nebenflüssen und den angrenzenden Wattgebieten, möglicherweise auch in den nahen Ostseehäfen. (Aus dieser Zeit gibt es keine Belege, daher sind dies nur Vermutungen.)

Die Windsbraut als schwimmendes Wrack in Kiel

Mit der Zeit der Industrialisierung der Schifffahrt wuchs die Konkurrenz der Segelschiffe zu anderen Transportfahrzeugen, sodass die Windsbraut schließlich, wie viele andere Schiffe auch, umgebaut wurde. Die Masten, Segel und Schwerter wurden entfernt, ein Motor eingebaut und ein Steuerhaus aufgesetzt.
Mit zunehmender Entwicklung der Infrastruktur an Land verlor die Windsbraut ihr angestammtes Arbeitsrevier. 1947 wurde sie nach Kiel-Laboe verkauft, wo sie als Schrottfischerfahrzeug zum Einsatz kam. 1954 wurde sie erneut verkauft und diente in den Jahren darauf als Steinfischer in der Kieler Förde und in Schweden. Die Arbeit hinterließ ihre Spuren und schließlich endete die aktive Fahrtzeit des Schiffes. Die Windsbraut wurde daraufhin von einer Kieler Werft übernommen und als Schute und Vorleger verwendet.

Irgendwann wurde der Verein „Bildungsschiff Niederelbe“ aus Stade auf die Windsbraut aufmerksam. Der Verein, der schon einen anderen Ewer als Seminarschiff betrieb, erwarb und restaurierte die Windsbraut zusammen mit dem Arbeitslosenprojekt „Walze“. Die Restauration dauerte zwei Jahre und wurde von arbeitssuchenden Jugendlichen und ehrenamtlichen Helfern übernommen. Am 15. Mai 1992 übernahm die fertig restaurierte Windsbraut ihre neue Aufgabe als Seminarschiff im Hafen von Stade.
Seit 1992 ist das Schiff nun von Frühjahr bis Herbst auf der Unterelbe und im nordfriesischen Wattenmeer unterwegs. Betrieben wird die Windsbraut von dem 1991 gegründeten Verein „Windsbraut e.V. - Verein für ökologisches Lernen und Handeln“, der das Segeln im Wattenmeer nutzt, um ökologische Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu vermitteln.