Logbuch: Rumregatta 2026

Das Wetter bei der diesjährigen Rumregatta hat Schiff und Crew einiges abverlangt. Hier etwas Seemannsgarn von Schipper Pauli:

Donnerstag, 14. Mai 2026:

Nach einem ausgiebigen, verlängerten Frühstück, der Sicherheitseinweisung sowie dem Von-Bord-Bringen von Beiboot und allerlei Krams ging es um 14 Uhr los. Insgesamt waren wir elf Personen. Dabei waren Gesa, Frieder, Holger, Christoph, Dörte, Stefanie und Pauli sowie weitere Gäste. Wir machten uns auf den Weg nach Sonderborg. Groß und Fock setzten wir gleich im Hafen. Mit raumem Wind ging es flott durch die Flensburger Förde. Auch der Klüver bekam etwas frische Brise ab. So waren wir zeitweise mit 6,7 Knoten unterwegs. Zitat Christop: „Ohne Strom war ich noch nie so schnell segeln mit Windsbraut! “. Keine 4,5 Stunden später und 25 Seemeilen weiter machten wir in Sonderborg fest, im Päckchen neben der Vegesack. Dort ließen wir den Tag mit viel Küstenschnack unter bekannten Gesichtern ausklingen.

Freitag, 15. Mai 2026

Nach der Schipperbesprechung mit einigen Unklarheiten ging es um 10 Uhr los. Es war ein großes Schiffsballett, wenn etwa 50 Schiffe ablegen wollen. Angesagt war Wind aus Süd bis Südwest mit Böen bis 7 Bft. Deshalb banden wir ein Reff ein. Safety first! Da die Startlinie nun doch bei der Grünen Tonne 1 in der Flensburger Förde lag, mussten wir unter Maschine dorthin. Das kostete uns viel Zeit, denn unsere Dame kam bei Marschfahrt nur mit 3,3 Knoten gegen Wind und Welle an. Pocken auf Schraube und Rumpf halfen dabei nicht. Der Versuch unter Segel war noch frustrierender, weil wir die Höhe nicht halten konnten. Mit einer Stunde Verspätung, also um 12.30 statt um 11.30 Uhr, kamen wir an der Startlinie an. Dann ging es mit gutem Am-Wind-Kurs bei kräftigen Schauerböen die Förde entlang. Wir kreuzten tapfer bis zur Tonne 12 in der Innenförde bei strammen 6 bis 7 Bft. Dann packten wir die Segel ein, weil es in den Böen wirklich bissig wurde und der Regen waagerecht fiel.

Um 17.30 Uhr machten wir als letztes Schiff im Siebenerpäckchen fest. Wir waren reichlich nass, müde und hungrig, aber frohen Herzens und in guter Stimmung. Nachdem die Bohnensuppe uns gestärkt hatte und die Lebensgeister zurückgekehrt waren, wurde noch wunderbar musiziert, mit Uwe an der Geige und Stefanie am Akkordeon.

Samstag, 16.05.2016

Um 9 Uhr war Schipperbesprechung beim Regattabüro im Regen. Die Lüttfischer bekamen keinen Segen, auf der Förde zu segeln, nur im Hafen. Das Wetter war sehr nass, dazu wieder sehr böig, angesagt waren bis zu 8 Bft. Um 10 Uhr legten wir ab und positionierten uns unter Maschine vor Wasserleben. Mit gerefftem Groß, Fock und Klüver fiel um 11 Uhr der Startschuss. Bei achterlichem Wind, der zunehmend kräftiger wurde, waren wir im Schiffsgewusel mit guten 5 bis 6 Knoten unterwegs und kreuzten vor dem Wind. Bei Tonne 12 wurde der Wind natürlich wieder richtig giftig. Dabei bekam das Unterliek vom Klüver einen großen Riss. Schon die erste Wende klappte nicht, weil die Dame nicht durch den Wind kam. Deshalb packten wir die Segel wieder ein. Mit dieser Entscheidung waren wir auf dem Wasser nicht allein. Die Luftfeuchtigkeit lag inzwischen gefühlt bei 150 Prozent, bei 6 Grad. Es war von Vorteil, mit Sonnenbrille gegen den Regen zu fahren. Unter Deck gab es Heißgetränke im Überfluss. Sie hielten Gäste und Crew bei bester Laune. Um 17 Uhr lagen wir wieder im Päckchen, mit angenehmer Nachbarschaft von Carmelan und Melpomene, und gleich nach dem Anleger gab es noch eine heiße Suppe, um die Lebensgeister wieder aufzufrischen. Nach dem Essen floss dann auch der eine oder andere Regatta-Rum, weil die Pegasus-Crew ihre Drei-Liter-Buddel fürstlich teilte. Der Abend endete mit einer sehr wilden und guten Party bei den Lüttfischern. Dort konnten all der Regen und die vielen Schäden auf den Schiffen vergessen werden.

Sonntag, 17.05.2026

Um 7 Uhr ging es gleich los, weil die ersten Schiffe ablegen wollten. Glücklicherweise konnten wir direkt auf unseren Liegeplatz unterm Kran zurückverholen, mit Melpomene, Bodil, Seestern und Robbe im Päckchen. Der Tag verging bei Sonnenschein mit Putzen, Segel trocknen und Einpacken. Der Vortag und die Nacht haben bei allen Spuren hinterlassen. Deshalb waren am Abend sicher alle sehr froh, ins Bett zu fallen.